Gold
am Nonnenbrunnen
Roman von
Achim Neumarck

Recherchen

Recherchen in nationalen und internationalen Archiven

Es ist nicht einfach, sich als Deutscher den Zugang zu den ‚National Archives’ der USA in Washington D.C. zu verschaffen um dort Unterlagen einzusehen. Zu tief sitzt dort teilweise noch der Haß auf Deutsche als Initiatoren des Ersten und des Zweiten Weltkriegs und als Vernichter der Juden. Eine deutsche Sippenhaft ist bei US-Grenzbeamten und US-Archivbeamten meist vorprogrammiert und selbst ein Hinweis darauf, man sei als Deutscher ja zu Ende des Zweiten Weltkriegs erst elf Monate alt gewesen, führt in den USA nicht zwangsläufig zu einer positiveren Beurteilung.

National Archives Washington

Bei Recherchen an der Atlantikküste und in der Normandie, wo meterdicke deutsche Bunker des ehemaligen deutschen Atlantikwalls noch heute im dichten Abstand die Küsten säumen, hält sich die Auskunftsbereitschaft und die Freundlichkeit der Franzosen ebenfalls in sehr engen Grenzen. Lediglich im Bereich der ehemaligen Maginot-Linie entlang der deutsch-französischen Grenze findet man einige deutschfreundliche französische Veteranenvereine, die ihre penibel renovierten kilometerlangen unterirdischen Gefechtsstände mit gewissem Stolz und gegen entsprechendes Eintrittsgeld auch deutschen Besuchern gerne zeigen.

Anders ist es in Polen am ehemaligen deutschen Ostwall. Kaum ein Deutscher kennt den Ostwall, der bereits nach Ende des Ersten Weltkriegs unter strengster Geheimhaltung zum Schutz der Hauptstadt Berlin gegen mögliche polnische Angriffe gebaut wurde und der sich über Hunderte von Kilometern unterirdisch von der Ostsee bis nach Schlesien erstreckt. In Polen freut man sich über jeden zahlenden deutschen Besucher, der dann jedes Mal überwältigt feststellt, dass mit deutscher Wertarbeit betonierte unterirdische Anlagen auch nach fast 80 Jahren noch einen sehr vertrauenserweckenden Eindruck vermitteln.

In bundesdeutschen Archiven kann man meist recht problemlos Einsicht nehmen, sofern man ein bestimmtes Interesse glaubhaft nachweist. Allerdings sollte man auf Samstagsbesuche möglichst verzichten, weil dann dort mürrische Beamte ihren zwangsweise auferlegten Wochenenddienst absolvieren müssen.

 

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